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Von: "Peter F. Schmid" <pfs@pfs-online.at>
Gesendet: Dienstag, 06. November 2018 um 14:44 Uhr (aktualisiert am 17.12.2018)
Betreff: Zur politischen Situation - Turrini Rede mit einigen Ergänzungen

Liebe Freunde, 

ich hatte vor, einen Artikel zur gesellschaftlichen und politischen Situation in Österreich zu schreiben, die meiner Ansicht nach noch bedrohlicher geworden ist, als ich das schon bisher befürchtet habe. Letzter Auslöser jetzt war der österreichische Rückzug vom Migrationsabkommen der UNO. Ich hatte schon zur Zeit der Bundespräsidentenwahl meine schwerwiegenden Befürchtungen geäußert (siehe die PowerPoint-Folien von einem Vortrag 2016: Vom Einen und vom Verschiedenen) und vor einer Zunahme protofaschistischer Tendenzen gewarnt - bei allen Unterschieden erinnern viele Ereignisse an die zweite Hälfte der Zwischenkriegszeit –, aber es ist meines Erachtens noch schlimmer gekommen.

Nun habe ich aber über meinen Bruder, den ehemaligen Jugendanwalt der Stadt Wien, einen Hinweis auf Rede von Peter Turrini (Audio: https://www.youtube.com/watch?v=F69LXiXCrro; Videoauszug: https://kontrast.at/peter-turrini-klassenkampf/  und https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Sprache-der-Gosse-FPOe-attackiert-Turrini/354211691 ) erhalten, die er vor wenigen Tagen im Parlament gehalten hat ("Nachrichten aus Österreich oder Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher sondern die Arschlöcher"), und da sagt er so vieles präzise, was ich genau so sehe. Damit kann ich mir einen eigenen Aufsatz sparen. Turrini schreibt aus der Sicht seines Umfelds über die Politiker und Politikerinnen und (!) über den Einzelnen und die Einzelne (was meiner Meinung nach eine wichtige Perspektive ist, weil es das Denken durchkreuzt, es beträfe nur "die da oben" oder "die anderen").

Ich möchte hier nur kurz aus meinen drei Betätigungsfeldern Zusätzliches anmerken: der Kunst, der Kirche, der Psychotherapie.

Einzig die Kunst ist ein Bereich, wo sich breit Widerstand bemerkbar macht, der allerdings auch noch stärker sein könnte. Aber immerhin. Mein Beitrag dazu war u.a. die Episode "Politische Welten" in FAUST III (Buch 4), die ich bereits 2013 geschrieben habe (siehe unten, rechte Spalte), also zu einem recht frühen Zeitpunkt. (Wie harmlos nehmen sich doch heute Stronachs Umtriebe aus gegen das, was jetzt passiert ...)

Bei aller für die Kirchenleitungen diplomatisch gebotenen Vorsicht, die da auch zu berücksichtigen ist, bei aller Anerkennung des sozialen Kurses des Papstes und den semikritischen Äußerungen österreichischer Amtsverteter in der Flüchtlings- und Migrationsthematik, auch in Anerkennung der Tatsache, dass die Europäische Bischofskonferenz sich für den Migratiopnspakt ausgesprochen hat und dass die Theologen und Theologinnen vielfach klar Stellung beziehen (Vgl. auch meinen Artikel: “Der Hut brennt – ein kairologisches Plädoyer” in Diakonia 6, 2010). Wo bleibt der laute Aufschrei der Repräsentanten einer Gemeinschaft, die ihre Existenzberechtigung allein von einem gewissen Jesus bezieht, der sich in dieser Hinsicht nicht nur kein Blatt vor den Mund nahm, sondern offensiv auftrat? Er musste wissen, dass ihm genau das das Leben kosten könnte und so war es auch (die Umstände, die zu Jesu Verurteilung und Hinrichtung führten, dürfen historisch als gesichert gelten).
• Siehe die Tempelvertreibung der Händler, weil Jesus sich dagegen stellte, dass die wirtschaftlichen Interessen das Leben dominierten (Markus 11,15-19: “Mein Haus soll ein Haus für alle Völker sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht).
• Siehe die Rede gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten, also die Führungselite (Matthäus 23: “Weh euch, ihr Heuchler, ihr seid blinde Führer! Ihr Nattern! Ihr Schlangenbrut! Ihr blinden Narren! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei. ... Alles was sie tun, tun sie nur, dass die Menschen es sehen ... “)
• Siehe die Rede von der Einheit von Gottes- und Nächstenliebe (Matthäus 25, 31-46: “Was ihr für einen  meiner geringsten Brüder [nicht] getan habt, das habt ihr mir [nicht] getan ...”)
Wo bleiben solche klaren Sätze? Aber man will ja parteipolitisch nicht anstreifen ...

Im Bereich der Psychotherapie (und verwandten Berufen) bleibt die große Mehrzahl der Kolleginnen und Kollegen und die Berufsvertretungen weitgehend stumm. Nach wie vor wird vielfach nicht gesehen, dass die therapeutische Arbeit im Kämmerlein der Praxis und die wissenschaftliche im Elfenbeinturm der Unis nicht reicht, sondern es zum Selbstverständnis der Psychotherapie gehören muss, jene Missstände zu benennen, die unsere Klienten und Klientinnen in unsere Praxen führen. Wer, wenn nicht wir, wissen, wie sehr es die gesellschaftlichen Umstände sind, die Not und Krankheit bedingen. Unsere Arbeit kann es nicht sein, “nur” zu “reparieren”; wir müssen die Umstände benennen und anprangern; wir haben eine politische Verpflichtung dazu. (Ich habe das mehrfach näher ausgeführt; siehe http://pfs-online.at/1/zuletzt.htm und http://pfs-online.at/1/mainpapers.htm und unten). Es muss neben der Psychotherapie auch um eine Soziotherapie gehen. Diese Gesellschaft zeigt gerade, wie sehr manche ihrer Glieder krank sind.
Aber wir müssen uns ja zurückhalten, weil wir wollen doch von der Regierung und dem Parlament ein neues Psychotherapiegesetz ....

Ansonsten: siehe Turrini ....

Liebe Grüße
Peter

Weihnachtskrippe ohne Juden, Flüchtlinge, Araber und Neger ...

 

GESELLSCHAFTSPOLITIK & PSYCHOTHERAPIE, SOZIOTHERAPIE

DVD ARTIKEL / PUBLIKATIONEN
Articles / Publications
VORTRÄGE
Papers / Presentations
TEXT AUS FAUST III
Der Tragödie Dritter Teil von Peter F. Schmid

Hope, not optimism. Person-centered challenges 2018. Opening Keynote, PCE World Conference, Vienna, 8 July 2018, DVD, 68 min. Müllheim (Auditorium Netzwerk PCE18-V1D) 2018

 

Person and society. Toward a person-centered sociotherapy, WAPCEPC, 11th PCE Conference, Beyond the frontiers ... experiencing diversity, DVD 1, Buenos Aries (SV DIGITAL - www.svdigital.com.ar) 2014

 

Psychotherapie ist Dialog oder es ist nicht Psychotherapie. Die persönliche und politische Herausforderung der personalen Begegnung. Vortrag Internationales Symposium "Person und Dialog - Kontinuität und Veränderung im Personzentrierten Ansatz | Person and Dialogue - Continuity and Change in the PCA" anläßlich der Verleihung des Carl Rogers Award 2009 der American Psychological Association (APA) an Peter F. Schmid (Wien, 8. & 9. Mai 2009), 9. 5. 2009. DVD: IPS-Symposium 2009, Person und Dialog. Kontinuität und Veränderung im Personzentrierten Ansatz, DVD Nr. 7, Wien (IPS), 2009.
 

Person and Society. Towards a person-centered sociotherapy, in PCEP 14,3 (2015) 217-235 • Link to full article:          http://www.tandfonline.com/doi/pdf/
10.1080/14779757.2015.1062795

Psychotherapy and politics – “Either … or?” or “Both … and”? A brief response to the discussant papers, in: Psychotherapy & Politics International. Special Issue. (Special Issue) 12,1 (2014) 65-69 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/
ppi.1322/abstract

Psychotherapy is political or it is not psychotherapy. The Person-Centered Approach as an essentially political venture, in: Psychotherapy & Politics International. (Special Issue) 12,1 (2014) 4-17 • Link to full article: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/
ppi.1316/abstract

The most personal is the most political. Der Therapeut als Politiker - Eine Analyse, ein personzentriertes Plädoyer und eine Konfliktanzeige, in: PERSON 17,1 (2013) 47-59

La psychothérapie est politique ou ce n'est pas de la psychothérapie. L'approche centrée sur la personne en tant que démarche fondamentalement politique, in: ACP - Pratique et Recherche 18 (2013) 58-80 (trad. Jacques Grisart)

Шмнд, Петнр Ф., Пснхотерапиа - это полнтнка нлн это-не Пснхотерапиа. Человеко-центрнрованный подход предприятиеюю.  Журнал Пракичского Пснхолога 4 (2012) 152-168 [Russian journal 'Journal of Practicing Psychologist]

Psychotherapy is political or it is not psychotherapy. The Person-Centered Approach as an essentially political venture, in: Person-Centered and Experiential Psychotherapies 11,2 (2012) 95-108

Was der Österreicher mag und was gar nicht. "Österreichische Seele": Ein ironischer Befund des Psychotherapeuten Univ.-Doz. Peter F. Schmid. Auszug aus einer Rede bei der Politikmatinee von News und Radio Wien, in: News 43 (2000) 50 (25. 10. 2000) • Vgl. den vollständigen Text online

 

 

 

 

Hope, not optimism. Person-centered challenges 2018. Opening Keynote, PCE World Conference, Vienna, 8 July 2018   Find the PowerPoint slides here

Fostering personalization in an age of fear. Paper Workshop "Whither personhood in the brave new world?" together with Maureen O'Hara, Arthur C. Bohart, 12th WAPCEPC Conference (World Association for Person-Centered and Experiential Psychotherapy), New York City, NYCU (New York City University) - The Graduate Center, July 23, 2016   Read the paper here

Social and political challenges of being a person-centred therapist, London, Metanoia, 5 October 2015

Kann personzentriertes Handeln die Gesellschaft verändern? Auf dem Weg zu einer personzentrierten Soziotherapie. SFU, Wien, 17. 3. 2014

Kann personzentriertes Handeln die Gesellschaft verändern? Auf dem Weg zu einer personzentrierten Soziotherapie. Keynote
Tagung "Sicher, sauber, schnell, schön. Das Ende des Individuums? Personzentrierte Psychotherapie in Begegnung mit gesellschaftlichen Normen." (40 Jahre ÖGwG), Salzburg, 27. September 2014

The political challenges of being a person-centered psychotherapist. Lecture and workshop "Más alla de las fronteras. Experienciando la diversidad", July, 9.-24.7.2014, Buenos Aires, 23.7.2014 (Clase y taller Los desafíos políticos de ser un psicoterapeuta centrado en la persona: Spanish translation of the PowerPoint slides: Claudio Aguado)

Psychotherapie ist Dialog oder es ist nicht Psychotherapie. Die persönliche und politische Herausforderung der personalen Begegnung. Vortrag Internationales Symposium "Person und Dialog - Kontinuität und Veränderung im Personzentrierten Ansatz | Person and Dialogue - Continuity and Change in the PCA" anläßlich der Verleihung des Carl Rogers Award 2009 der American Psychological Association (APA) an Peter F. Schmid (Wien, 8. & 9. Mai 2009), 9. 5. 2009; auf DVD: IPS-Symposium 2009: Person und Dialog: Kontinuität und Veränderung im Personzentrierten Ansatz; DVD Nr. 7. Wien: IPS, 2009.

Co-creating understanding. Anthropological, ethical and political perspectives on psychopathology and diagnosis. Lecture and Workshop, Leeds Metropolitan University, Leeds, June 20, 2008

Diagnose durch Dialog. Anthropologische, ethische und gesellschaftspolitische Perspektiven zu Psychopathologie und Diagnostik.  IPS-Theorie-Workshop, Wien, 26. 4. 2008

Psychotherapy is political or it is not psychotherapy. The actualizing tendency as personalizing tendency. Keynote lecture, 3rd BAPCA Conference 2007: "Person Centred Approach: Past, Present and Future", Cirencester, UK, September 8, 2007

Psychotherapie ist Politik oder sie ist nicht Psychotherapie. Herausforderungen des Personzentrierten Ansatzes an die Psychotherapie. Eröffnungsvortrag im Rahmen des Symposiums "Identitätsentwicklung durch Begegnung", Wien, 27. April 2007

Psychotherapy is dialogue or it is not psychotherapy. The personal and political challenge of being a person-centered psychotherapist. Paper, 7th PCE Conference, Potsdam, July 14, 2006

25 Jahre Austria Programm - der Personzentrierte Ansatz als persönliches und politisches Programm. Einige Lernerfahrungen. Vortrag 7. Theorie-Workshop des IPS: "Der Personzentrierte Ansatz - eine kritische Bilanz", 1. Juni 2003 • Lesen Sie hier den Vortrag samt PowerPoint-Folie online

Psyche und Politik. Zur Seelenlage der Nation. Eingangsreferat Politik-Matinee "Psyche und Politik. Zur Seelenlage der Nation", veranstaltet von PCA, News, ORF Wien und Volkstheater, Volkstheater, Wien, 22. 10. 2000 • Lesen Sie hier den Beitrag online

Was ist personzentriert? Zur Frage von Identität, Integration und Abgrenzung des Paradigmas aus anthropologischer, erkenntnistheoretischer, methodisch-technischer, berufspolitischer und ethischer Perspektive, Symposium Identität - Begegnung - Kooperation, Symposium 2000 zum Jubiläum von GwG, ÖGwG, SGGT und APG, Salzburg, 26. 2. 2000  •  Lesen Sie den Vortrag hier

»Der Geist weht, wo er will.« Spiritualität - was ist das?, Vortrag (Manuskript), 2. IPS-Theorie-Workshop »Das Persönlichste ist das Allgemeinste«: »Das Spirituelle und das Politische« , Großrussbach (Manuskript) 20. 3. 1998

Konkurrenz und Solidarität«. Der Personzentrierte Ansatz in Österreich und Europa. Inhaltliche und politische Überlegungen im Anschluß an den Europäischen Kongreß in Aachen und die Entwicklungen der letzten Zeit, Vortrag APG (Manuskript), Wien 4. 10. 1995

 


MEPHISTOPHELES
  Im Volke gibt es viel Kritik. [,,,]
  Drum zögre keinen Augenblick;
  Benütze das – mach Politik!

FAUST
  Kann die Gesellschaft denn man lehren,
  Sich zu Gemeinsinn zu bekehren?

MEPHISTOPHELES

  Zunächst gewinne ihr Vertrauen.
  So fängst du jede, kriegst du jeden.
  Den Menschen auf das Maul zu schauen
  Und ihnen nach dem Mund zu reden,
  Ist doch für dich, den Sprachgewandten,
  Ein Leichtes. Erst Sympathisanten
  Und jene, die selbst Pläne schmieden;
  Dann alle die, die unzufrieden
  Und sich nach Änderungen sehnen;
  Dann die, die sich als Bessre wähnen;
  Als nächstes die Verdrossenen;
  Sodann die Unentschlossenen
  Von rechts und links.

FAUST
  Wie soll das gehn?

MEPHISTOPHELES
  Es gilt, das Handwerk zu verstehn.
  Erst wie die Sphinx, ganz enigmatisch,
  Erwartungen weck, sei sympathisch.
  Dann such dir aus davon, pragmatisch,
  Was deinen Zielen dienlich, möglich,
  Und das serviere ihnen täglich.
  Sodann ganz klar, unmissverständlich
  Sag, jetzt sei es soweit und endlich
  Bräch eine neue Zeit nun an
  Mit dir, dem Volke treustem Mann.
  Feindbilder baun als nächsten Schritt,

  Das wirkt viel mehr als Dynamit.

  Wirf an dazu die Druckerpresse
  Schreib flott die Headlines, die man mag.
  Ein wenig übel nachgeredet
  Bewirkt, dass man sich fest befehdet.
  Den Gegnern eines in die Fresse;
  Die Auflage steigt Tag für Tag.
  Vermisch Bericht mit Kommentar,
  Misch deine Botschaften hinein,
  Und schon ist es für alle klar:
  So, wie du schreibst, so muss es sein.
  Das alles ist fürwahr nicht ohne.
  So hast du täglich deine ‚Krone‘,
  Bringst, was du denkst, unter die Leute,
  Sie lesen es und glauben’s ‚Heute‘.
  Und im Privatfernsehen schreist
  Du deine Message frech und dreist.

  Vor allem Fremden schür die Angst.
  Schon hast du sie in deinen Händen.
  Frag sie: Was ist’s, wovor du bangst?
  Du würdest das sofort beenden.
  Denn es sei schließlich unbestritten:
  Die nehmen uns die Arbeitsplätze
  Und übertreten die Gesetze.
  Sie frönen ihren eignen Sitten
  Und tragen Kopftuch, Turban gar.
  Da geht es zu wie im Bazar.
  Und in den Schulen, unsre Kinder
  Sind Minderheit: Araber, Inder,
  Tschetschene, Türke, Neger, Tschusch –
  Sagn glatt zu unsern Kindern kusch!
  Das sei nicht länger hinnehmbar.
  Da lässt du dich nicht länger bitten,
  Versprichst das Ende der Gefahr
  Und schon hast du sie in der Hand.

  Das Schreckgespenst des Terrorismus –
  Ausführlich mal es an die Wand,
  Spiel mit dem Nationalismus.
  Für den Erfolg ist das Garant.
  Und kämpfe gegen die EU –
  Das ist ein sicheres Atout.
  Du bist im ganzen Land bekannt;
  Schon wirst als Retter du genannt.

FAUST
  Und wohin soll das Ganze führen?
  Wozu willst meinen Ehrgeiz schüren

MEPHISTOPHELES

  Nebst Fernsehen und Boulevard,
  Den Medien von A bis Z,
  Dem höllenschnellen Internet
  Musst ihren Dünkel du benutzen
  Dort, wo sich Milliarden duzen:
  Im elektronischen Bazar. [...]
  Derweil sie elektronisch schwätzen
  Und sich dabei so glücklich schätzen,
  Kannst du dich an die Spitze setzen.
  Kurzum, du übernimmst die Perspektiven
  Der anderen. Rasch wirst du finden,
  Dass sie dir folgen wie die Blinden
  Dem Hund. [... Du kannst] Mit deinem kognitiven
  Geschick Bedürfnisse erspüren,
  Beliebig so die Seelen führen.
  So kannst du jede, kannst du jeden
  Zu ihrem Vorteil überreden,
  Durch Perspektivenübernahme ,
  Verbunden mit etwas Reklame,
  Von lautrer Absicht überzeugen,
  Die dich beseelt —
  Dass man dich wählt.
  Dazu hilft dir wie früher nie
  Die tolle Werbeindustrie.

  Hast erst die Macht, dann kannst du beugen
  Gesetz und Recht, wie’s passend ist.
  Und nach erstaunlich kurzer Frist
  Hast du den Ausgangspunkt gelegt
  Für alles, was dich so bewegt.
  Durch Klugheit, fein gepaart mit Macht,
  Hast du dein großes Werk vollbracht.
  Drum nütze schlau das Durcheinander
  Von Politik und Propaganda.
  Befriedigst du den Wunsch des Volkes
  Nach Sicherheit und Wohlergehn,
  Wirst im Genusse des Erfolges
  Du neuem Glück entgegengehn.

  Was willst du dich denn hier genieren?
  Musst du nicht längst globalisieren? [...]

  Man wird auf Heinrich Faust den Großen
  Erneut vertrauensvoll anstoßen.

Peter F. Schmid

FAUST III
Der Tragödie III. Teil

Episode
Politische Welten

Buch 4, Seiten 31-110

Wien (Bretterhaus Verlag), Mai 2014, 
3. Aufl. 2018

Bestellung

CD

Hope, not optimism. Person-centered challenges 2018. Opening Keynote, PCE World Conference, Vienna, 8 July 2018, 2 CDs, 66 min., Müllheim (Auditorium NetzwerkPCE18-V1C) 2018

Peter F. Schmid, Person and society. Toward a person-centered sociotherapy, WAPCEPC, 11th PCE Conference, Beyond the
          frontiers ... experiencing diversity, DVD 1, Buenos Aries (SV DIGITAL - www.svdigital.com.ar) 2014


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